Warum gibt es ein Tanzverbot am Karfreitag?

13.04.2019

„Stiller Feiertag“ und Tag der Besinnung – ist das noch zeitgemäß?

Am 19. April jährt sich der Karfreitag, an dem der Kreuzigung Jesu gedacht wird. Ob man nun christlich ist oder nicht – auf jeden Fall gilt er in Nordrhein-Westfalen als so genannter „stiller Feiertag“, an dem Spaßveranstaltungen laut Geltender Gesetze und Verordnungen (SGN.NRW) verboten sind.
Also: auch nicht-religiöse oder andersgläubige Menschen dürfen nicht tanzen gehen. Theater dürfen keine lustigen Stücke aufführen. Kinos dürfen keine Filme zeigen, die dem Charakter eines „stillen Feiertages“ widersprechen. Also, Action- und Horrorfilme, Erotikstreifen, aber auch scheinbar harmlose Klamotten und erst recht Satiren wie „Das Leben des Brian“ sind demnach tabu.

Ist das noch zeitgemäß?
Warum müssen sich auch Menschen an die Stille halten, die mit der christlichen Tradition und Kirche nichts zu tun haben (wollen)?
So erklärt beispielsweise der evangelische Theologe Renke Brahms: Der Karfreitag sei „nicht nur ein Tag religiöser Einkehr, sondern grundsätzlich ein Tag der Besinnung“. Angesichts der Weltlage mit Kriegen und Konflikten biete er die „Chance, sich mit dem zu beschäftigen, was um uns herum passiert" (Quelle: evangelisch.de).

Diesem Argument muss nicht jeder folgen – schließlich leben wir in einem freien Land, in dem sich jeder nach Belieben entfalten können soll. 
Andererseits sei dann aber auch die Frage erlaubt:
Warum sollten nicht-christliche Menschen an christlichen Feiertagen überhaupt frei haben?
OK, ist vielleicht schwierig umzusetzen, aber: Wenn die Bevölkerung in den Genuss eines freien Tages kommt – ist es dann nicht legitim, dass die dafür verantwortlichen Institutionen von der Bevölkerung auch ein entsprechendes Verhalten einfordern kann?

 

 

 

 

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